Seit dem letzten Wochenbericht ist einiges passiert: Die Flyer-Tour durch alle 123 Ortschaften des Wahlkreises ist abgeschlossen, die Plakate hängen, seit Anfang August stehe ich täglich mit mehreren Infoständen in den Orten, und am 8. August gab es den ersten Aktionstag mit Haustürwahlkampf in Naumburg. Ein Zwischenstand vier Wochen vor der Landtagswahl Sachsen-Anhalt.
Statt einzelner Wochenberichte kommt heute ein Sammelbericht. Der Grund ist banal: In den vergangenen Wochen lief der Wahlkampf so verdichtet, dass die Sonntagsstunden für die Redaktion schlicht fehlten. Nachgeholt wird hier deshalb nur das Wesentliche – und das ist ohnehin die interessantere Geschichte, weil sich das Format meines Wahlkampfs in diesen Wochen grundlegend verändert hat.
Alle 123 Ortschaften: Die Flyer-Tour ist abgeschlossen
Der Meilenstein zuerst: Die Tour durch alle 123 Ortschaften und Ortsteile des Wahlkreises 40 ist abgeschlossen. Fast jeder Briefkasten im Wahlkreis hat mindestens einmal einen Flyer von mir bekommen.
Das war seit dem Frühjahr das erklärte Ziel: nicht nur die Städte und die großen Gemeinden, sondern jeder noch so kleine Ortsteil. Dahinter steckt eine einfache Überzeugung. Wer im ländlichen Raum kandidiert, kann sich nicht auf die Orte beschränken, in denen die meisten Stimmen zu holen sind. Die Menschen in den kleinen Ortsteilen erleben ohnehin regelmäßig, dass sie übersehen werden, etwa beim ÖPNV, bei der ärztlichen Versorgung oder bei der Breitbandanbindung. Ein Wahlkampf, der diese Orte ebenfalls auslässt, bestätigt genau dieses Muster.
Möglich war das nur durch viele Frühschichten vor der Arbeit, viele Abendetappen und einige längere Touren mit der eSchwalbe. Außerdem durch die Unterstützung meiner Frau, die einen erheblichen Teil der Strecken mitgelaufen ist, sowie gelegentlich meines Schwagers und seiner Frau, sowie die Naumburger Genossis, die mir viel von der Kernstadt abgenommen haben. Ohne diese Hilfe wäre die Tour nicht vollständig geworden.
Plakatieren: Die sichtbare Phase beginnt
Mit dem Abschluss der Flyer-Tour hat Ende Juli die Plakatierung begonnen. Die ersten Plakate hängen im Wahlkreis, weitere kommen wöchentlich dazu. Plakatieren ist dabei eine andere Art von Arbeit als das Stecken: weniger Laufen, mehr Logistik, mehr Absprachen und deutlich mehr Material im Auto.
Vor allem aber ist es die erste Wahlkampfphase, die für alle sichtbar ist. Ein Flyer im Briefkasten erreicht einen Haushalt. Ein Plakat an der Ortsdurchfahrt erreicht jeden, der vorbeifährt.
Seit dem 3. August: Infostände in allen Ortschaften
Seit dem 3. August bin ich täglich mit mehreren Infoständen in den Ortschaften des Wahlkreises unterwegs. Das ist die zweite Runde durch dieselben Orte, die ich vorher mit Flyern bedient habe, diesmal aber ansprechbar.
Der Unterschied ist erheblich. Beim Stecken bin ich in einem Ort unterwegs, ohne dass die meisten Menschen davon etwas mitbekommen. Ein Infostand dagegen ist ein sichtbares Angebot. Wer reden will, kann. Wer nicht, geht vorbei.
Ehrlich gesagt: Die meisten gehen vorbei. Das Gesprächsangebot wird nur selten angenommen. Häufiger sind der verstohlene Blick, das schnelle Wegsehen, ab und zu auch der Mittelfinger aus dem vorbeifahrenden Auto. Daneben gibt es aber auch das freundliche Lächeln, den erhobenen Daumen, das Winken im Vorbeigehen.
Wer sich dann tatsächlich an den Stand traut, ist fast immer positiv gestimmt. Das ist die eigentliche Erkenntnis dieser Phase: Der Weg zum Stand ist die Hürde. Wer sie nimmt, will wirklich reden. Deshalb lohnt sich das Stehen, auch wenn die Bilanz nach Stunden gemessen mager aussieht.
8. August: Erster Aktionstag mit Haustürwahlkampf in Naumburg
Am 8. August habe ich den ersten Aktionstag mit klassischem Haustürwahlkampf in Naumburg organisiert. Selbst organisiert, ohne Aktionstag der Landespartei, mit eigenem Team und eigener Straßenplanung.
Das ist ein neues Format für diesen Wahlkampf, und es funktioniert bewusst nur in Naumburg. In den Dörfern des Wahlkreises habe ich konsequent geflyert und nicht geklingelt. Dort sind die Wege zu weit, die Wohndichte zu niedrig, und man trifft tagsüber kaum jemanden an. In der Stadt ist das anders: Mehrfamilienhäuser, kurze Wege, viele Menschen zu Hause. Hier ist das direkte Gespräch an der Tür möglich, und es ist die intensivste Form des Wahlkampfs, die es gibt.
Wer noch nie an fremden Türen geklingelt hat, unterschätzt, was das bedeutet. Man steht ungefragt vor Menschen, die gerade etwas anderes vorhatten. Man bekommt Ablehnung, Gleichgültigkeit, manchmal aber auch überraschend lange Gespräche. Nach diesem ersten Aktionstag kann ich sagen: Es lohnt sich. Weitere Termine sind der 15. und der 22. August.
Demokratie-Radtour am 28. August: Die Konzeption steht
Parallel zum Wahlkampf ist die Konzeption der Demokratie-Radtour am 28. August weitergegangen. Die Route steht: Querfurt, Naumburg, Zeitz. Ich begleite die Etappe von Querfurt nach Naumburg. Den Stopp in Naumburg organisiert Naumburg for Future mit, Kernstück ist eine gemeinsame Wahl-O-Mat-Session.
Für die Etappe von Naumburg nach Zeitz suchen wir weiterhin einen Streckenpaten. Wer Lust hat, eine Radgruppe auf diesem Abschnitt zu begleiten, kann sich gern bei mir melden. Die Demokratie-Radtour ist kein Parteiformat, sondern ein überparteiliches Angebot für alle, die sich für demokratische Beteiligung an der Landtagswahl Sachsen-Anhalt einsetzen wollen.
Was bis zur Landtagswahl Sachsen-Anhalt noch ansteht
Bis zum 6. September laufen drei Dinge parallel weiter: die Infostände in den Ortschaften, die Aktionstage mit Haustürwahlkampf in Naumburg und die Plakatierung. Dazu kommt am 28. August die Demokratie-Radtour.
Vier Wochen sind nicht viel, aber sie sind die entscheidenden. In dieser Phase geht es nicht mehr darum, bekannt zu werden. Es geht darum, dass Menschen, die sich noch nicht entschieden haben, eine Gelegenheit bekommen, konkret nachzufragen. Genau dafür sind die Infostände und die Haustürgespräche da.
Ob es reicht, entscheidet sich am 6. September. Bis dahin bin ich in den Ortschaften unterwegs. Bis bald.
– Michael Scholz, Direktkandidat Die Linke, Wahlkreis 40 (Naumburg)