Eine Woche mit zwei Frühschichten vor der Arbeit, drei Sitzungen – darunter der Bau- und Umweltausschuss, in dem über das Naturschutzgroßprojekt chance.natur im Burgenlandkreis beraten wurde – und rund 25 Orten und Ortsteilen, die ich gemeinsam mit meiner Frau und manchmal allein geflyert habe. Eine der dichtesten Tour-Wochen bisher. Rückblick auf KW 24.
Diese Woche hatte allerdings ein eindeutiges Schwergewicht: das Stecken von Flyern. Insgesamt rund 28 Orte und Ortsteile zwischen Markröhlitz im Westen und Saaleck im Osten, zwischen Bad Kösen im Süden und Dobichau im Norden. Dabei begann der Tag oft schon vor sechs Uhr und endete erst nach Feierabend, manchmal mit einer Sitzung dazwischen. Pendler-Wahlkampf in Reinform.
Dienstag – Präsidium des ver.di-Bezirksvorstands Leipzig-Nordsachsen
Die Woche begann gewohnt mit einer Präsidiumssitzung des ver.di-Bezirksvorstands Leipzig-Nordsachsen, in dem ich ehrenamtlich mitarbeite. Wie schon im Bericht aus KW 21 beschrieben: Was im Präsidium besprochen wird, bleibt im Präsidium. Aber jenseits der Vertraulichkeit gilt der allgemeine Punkt: Gewerkschaftliche Stärke entsteht in genau solchen Gremien, Woche für Woche, von Menschen, die das ehrenamtlich neben ihrem Job machen.
Mittwoch – Auftakt der Tour in Markröhlitz
Den Mittwochabend habe ich gemeinsam mit meiner Frau in Markröhlitz verbracht. Ein vergleichsweise kleiner Ort und damit ein ruhiger Tour-Auftakt. Erst die folgenden Tage sollten zeigen, wie diese Woche tatsächlich werden würde – nämlich die bisher dichteste Tour-Woche meines Wahlkampfs überhaupt.
Donnerstag – Vier Orte früh, chance.natur am Abend, danach Weischütz und Balgstädt
Donnerstag begann allerdings deutlich früher als der gewöhnliche Arbeitstag. Bereits vor der Arbeit fuhr ich noch einmal allein raus und habe vier Orte abgeflyert: Heiligenkreuz, Crölpa-Löbschütz, Freiroda und Kukulau. Solche Frühschichten zwischen Aufstehen und Arbeitsbeginn sind anstrengend, aber sie sind die einzige Möglichkeit, um auch unter der Woche substantielle Tour-Strecken abzuarbeiten.
Am Abend dann der inhaltliche Höhepunkt der Woche: Sitzung des Bau- und Umweltausschusses des Kreistags, in dem ich als Sachkundiger Bürger mitarbeite. Thema war das Bundes-Naturschutzgroßprojekt chance.natur, das im Burgenlandkreis konkret Gestalt annimmt. chance.natur ist ein Förderprogramm des Bundesamts für Naturschutz, mit dem repräsentative Großschutzgebiete entwickelt werden. Für den Burgenlandkreis ist das eine seltene Chance: bundespolitisch finanzierter Naturschutz mit konkreten Vor-Ort-Konsequenzen für Landwirte, Kommunen und Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen. Solche Themen brauchen sachliche Beratung im Ausschuss, kein Wahlkampfgetöse – und genau diesen Modus habe ich an dem Abend gefunden.
Nach der Sitzung war der Tag noch nicht zu Ende. Anschließend habe ich noch Weischütz geflyert und in Balgstädt angefangen. Mit dem letzten Briefkasten kurz nach neun Uhr abends war Schluss. Schließlich braucht auch ein Direktkandidat manchmal einfach Schlaf.
Freitag – Sechs Orte vor der Arbeit, abends Vorstandssitzung im Gartenverein
Am Freitag früh wurde es noch konsequenter. Bereits vor Arbeitsbeginn habe ich in sechs Orten geflyert: Schieben, Tultewitz, Rödigen, Kleinheringen, Stendorf und Kreipitzsch. Sechs Orte vor 9 Uhr morgens – das ist eine Frühaufsteher-Disziplin, die man eigentlich nur durchhält, weil man weiß, dass das Wochenende die Tour nicht allein bewältigen kann.
Abends dann die Vorstandssitzung in meinem Gartenverein. Auch das ist Ehrenamt, auch das ist Vereinsarbeit hinter den Kulissen – und auch das gehört zum Selbstverständnis von Politik in der Fläche dazu. Wer in einer Region wie dem Burgenlandkreis als Politiker ernst genommen werden will, sollte mindestens einen Verein kennen, in dem er nicht Politiker ist.
Samstag – Bad Kösen, Lengefeld, Saaleck, Regen und Wiederaufnahme
Am Samstag früh habe ich in Bad Kösen, Lengefeld und Saaleck verbracht und in Naumburg – Weinberge mit dem nächsten Abschnitt begonnen. Allerdings setzte dann ein Regen ein, ich bin dann Klatschnass mit der eSchwalbe nach Hause gefahren und mit meiner Frau gefrühstückt und abgewartet.
Nach dem Frühstück ging es weiter – gemeinsam mit meiner Frau nach Dietrichsroda, Burkersroda, Hirschroda und Kirchscheidungen. Am Nachmittag dann noch Goseck und Dobichau.
Sonntag – Sechs weitere Orte mit der Familie
Sonntag früh schließlich war ich erneut mit meiner Frau unterwegs. Sechs Orte standen auf dem Programm: Tröbsdorf, Burgscheidungen, Wennungen, Größnitz, Städten und ein Weitermachen in Balgstädt, das ich am Donnerstagabend nicht ganz fertig bekommen hatte. Auch Balgstädt ist nach dem Sonntag noch nicht vollständig fertig geworden – ein Hinweis darauf, dass größere Gemeinden mit vielen Ortsteilen sich an einem Wochenende kaum vollständig erschließen lassen.
Mein Dank gilt einmal mehr meiner Frau, die mich diese Woche an drei Tagen begleitet hat. Familieneinsatz im Wahlkampf ist keine Floskel, sondern handfeste Voraussetzung dafür, dass eine solche Tour-Bilanz überhaupt möglich wird.
Fazit – chance.natur, Pendler-Wahlkampf und die Disziplin der frühen Stunden
Diese Woche hat zweierlei deutlich gemacht. Erstens: Sachpolitik wie das chance.natur Burgenlandkreis-Programm verdient öffentliche Aufmerksamkeit, gerade auch weil sie nicht spektakulär ist. Sie ist die Sorte Politik, die Wirkungen entfaltet, nachdem niemand mehr hinschaut – und gerade deshalb braucht es Direktkandidaten und Sachkundige Bürger, die da hinschauen. Zweitens: Pendler-Wahlkampf ist machbar, aber er erfordert eine spezifische Disziplin – die Bereitschaft, vor sechs Uhr aufzustehen, die Briefkästen zu bestücken und dann erst ins Büro zu fahren. Wer das nicht aushält, sollte diesen Job nicht machen.
Wie schon im Wochenbericht aus KW 23 gilt: Wahlkampf in der Fläche bedeutet, viele kleine Schritte hintereinander zu setzen, ohne dass ein einzelner davon spektakulär wäre. Die Summe macht den Unterschied. Bis nächste Woche.
— Michael Scholz, Direktkandidat Die Linke, Wahlkreis 40 (Naumburg)